Gelassen im Sturm!

Bei Krisen und Notfällen ist es wichtig Ruhe zu bewahren und einen klaren Kopf zu behalten. Unter Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Widerstandsressourcen gelingt es resilienten Menschen gut mit Belastungen und Unvorhergesehenem umgehen zu können. Was Resilienz genau ist und wie diese Fähigkeit trainiert und weiterentwickelt werden kann, beschreibt Melanie Heinz, erfahrener Coach von Fach- und Führungskräften, in ihrem Blogbeitrag.

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Resilienz-Training – die psychische Widerstandskraft stärken

Unser Alltag unterliegt einem stetigen Wandel. Von uns wird ein immer höheres Engagement, Motivation, Flexibilität und Veränderungsbereitschaft gefordert. Vor allem im beruflichen Umfeld haben die Anforderungen und die Belastungen in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Verstärkt wird dies durch eigene hohe Ansprüche und Ängste. Dies kann zur Entwicklung von Erschöpfungssyndrom, Burn-Out und Depressionen führen.

Um die vielfältigen Anforderungen und die daraus resultierenden Belastungen erfolgreich bewältigen zu können, ist es notwendig, auf Kraftquellen – sogenannte Widerstandsressourcen – zurückgreifen zu können. Ein Weg dies zu erreichen, ist ein Resilienz-Training, denn Resilienz – die psychische Widerstandskraft – lässt sich trainieren. Resilienz schützt vor Stress und macht das Leben dauerhaft gesünder, glücklicher und erfolgreicher.

Melanie Heinz, HR-Managerin, Kommunikationsberaterin, Trainerin und Coach, wurde u.a. von Prof. Dr. Friedemann Schulz von Thun, einem der anerkanntesten Kommunikationspsychologen, ausgebildet. Sie verfügt über eine 20-jährige Berufserfahrung im Personalmanagement sowie in der Beratung und Begleitung von Fach- und Führungskräften großer DAX-Unternehmen und des Mittelstandes. Den Schwerpunkt ihrer Arbeit bilden Trainings und Coachings zu den Themen Kommunikation und Konflikt, Gesundheitsmanagement und Achtsamkeit, Persönlichkeits- und Potenzialentwicklung sowie Change Management. Dabei steht der individuelle Mensch, als wichtigster Wertschöpfungsfaktor des Unternehmens, immer im Mittelpunkt.

Stress ist nichts anderes als eine natürliche Reaktion unseres Organismus. Als Reaktion auf besondere Belastungen versetzt sich der Organismus selbst in eine Art “Stresszustand” und befähigt uns kurzfristig zu besonderer Leistungsfähigkeit. Der Körper schüttet Adrenalin aus, der Puls wird schneller, wir werden leistungsstärker und sind besser auf Herausforderungen vorbereitet. Das ist ganz normal und wichtig.

Im Resilienztraining wird der angemessene Umgang mit Stress durch die Stärkung der inneren Ressourcen und durch die Veränderung der eigenen Denk-, Fühl und Handlungsmuster angeregt. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Integration von Entspannungs- und Bewegungsinseln in den Alltag. Die Teilnehmer lernen, wie Resilienz entsteht, was resiliente Menschen ausmacht und erfahren, wie Resilienz gefördert und trainiert werden kann. Weiter lernen sie, wie resilienzstärkende Maßnahmen in den Alltag übernommen und resilienzfördernde Interventionen angewendet werden können. Trotz komplexer Arbeitsbedingungen agieren sie kraftvoll und gelassen. Nur im Zustand der Gelassenheit bleiben sie in belastenden Situationen widerstandsfähig und sind in der Lage, die eigenen Ressourcen und Potenziale bewusst zu nutzen. Gegenseitiges Vertrauen und eine wertschätzende Zusammenarbeit wird gefördert. Die Teilnehmer lernen, sowohl im eigenen Inneren als auch im Außen besser für sich zu sorgen. Es geht um kleine Haltungsänderungen, mit der sie eine große Wirkung erzielen.

Ziel eines Resilienztrainings ist es, die inneren Grundhaltungen und die wichtigen Faktoren der Resilienzfähigkeit, wie u.a. Achtsamkeit, Selbstwirksamkeit, Optimismus, Akzeptanz und Lösungsorientierung mit praktischen Beispielen zu erfahren und auf den persönlichen Kontext zu übertragen. Im Umgang mit unterschiedlichen Belastungssituationen kann der Teilnehmer danach auf eine Vielzahl von Reaktionsweisen zurückgreifen. Die Entwicklung der Resilienz ist vergleichbar mit der Zusammenstellung eines Werkzeugkoffers. Anstatt mit Werkzeugen ist dieser jedoch mit unterschiedlichen Ressourcen bestückt, die man, je nach Bedarf, selbst in sich aktivieren kann. Resilienz-Training stärkt die Stresskompetenz, macht handlungsfähiger und verleiht einen positiven Blick auf das Leben.

Resilienz kann man gleichsetzen mit dem „Stehaufmännchen-Prinzip“. Wenn es umgefallen ist, steht es immer wieder auf und kommt zurück in die Balance. Resiliente Menschen schaffen es, auch in schwierigen Situationen, immer wieder in einen Zustand des Wohlbefindens zurückzufinden. Sie haben Handlungsmuster zur Krisenbewältigung entwickelt, um mit Belastungen und Unvorhergesehenem gut umgehen zu können. Diese Fähigkeit lässt sich erlernen und das ganze Leben lang weiterentwickelt.

Mit einem Resilienztraining beugen sie aktiv psychischen und körperlichen Erkrankungen vor und handeln im Sinne der Gesundheitserhaltung (Salutogenese).

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